CEO Schmidt: „Aktives Mitgestalten und nicht das Vorantreiben von Verboten“

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Die in Mainz ansässige CPI Technologies GmbH ist ein Full-Service-Software-Entwickler mit Fokus auf Blockchain-Anwendungen. Wir sprachen mit CEO Maximilian Schmidt über Tokens zum Rumspielen, Userfreundlichkeit der Krypto-Technologie und Web 3.0.

Krypto-Monitor: Herr Schmidt, laut Ihrer Bio begannen Sie mit 8 Jahren zu programmieren. Würden Sie die Blockchain einen ähnlichen Meilenstein nennen wie das Internet?

Maximilian Schmidt: Ja absolut. Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen der Zeit der späten 90er, dem Anfang des Internets, der Dotcom Bubble und den vielen Startups dieser Zeit. Ich denke, dass die Blockchain-Technologie ähnliche Veränderungen hervorbringen wird, wie das Internet zu dieser Zeit. Jedoch braucht es auch hier Zeit, dass Unternehmen und Verbraucher die Technologie ohne Barrieren nutzen können. Vieles im Blockchain Bereich erfordert noch immer einiges an technisches Wissen, um überhaupt die Sinnhaftigkeit zu verstehen. Wir gehen beim Bitcoin langsam, aber stetig Richtung Massenadaption. NFTs haben ebenso einen großen Boom erlebt und vielen Menschen die Blockchain nähergebracht. Wenn sich das Ganze erst einmal auf die viel größeren Möglichkeiten von DeFi und – komplexeren – Smart Contracts ausweitet, könnte die Disruption auf die nächste Ebene aufsteigen.

Krypto-Monitor: Wenn ich das richtig verstehe, bieten Sie technische „plug & play“ Lösungen an, mit denen man sowohl eine Kryptobörse betreiben könnte, NFTs oder DeFi-Tools generieren kann. Wer könnte typischer Kunde für Ihr Unternehmen sein?

Schmidt: Ein typischer Kunde bei uns ist jemand mit einer Idee. Etwas Neues, Innovatives oder Außergewöhnliches, was es so noch nicht gibt. Das kann Elemente wie Kryptobörsen, NFTs, Smart Contracts im Generellen beinhalten, sollte aber jedoch immer auf das größere Ziel fokussiert sein. Diesen Menschen helfen wir, ihre Idee in ein Konzept zu verwandeln, das in sich schlüssig und technisch umsetzbar ist. Dann tun wir das – und sammeln falls nötig mit NFT, Tokens oder Security Tokens Geld für diesen Projekte ein. Software Entwicklung ist ja meist nicht ganz so billig.

Krypto-Monitor: Man kann sogar auf Ihrer Webseite mit ein paar Klicks einen eigenen Token kreieren. Was kann man mit dem dann anstellen?

Ein ERC20 Token ist für uns eine Sache von 30 Minuten.“

Maximilan Schmidt, CPI Technologies

Schmidt: Naja, es sollte erstmal etwas zum Rumspielen sein. Als wir den entwickelt haben, war es für Leute, die nicht wussten, wie man Solidity kompiliert, relativ schwierig, sich kurz mal schnell einen Token zu erstellen. Wir hatten tatsächlich einige Anfragen von Leuten, die lediglich einen ERC20 Token erstellt haben wollten. Das ist für uns dann eine Sache von 30min. Somit konnten wir dann all diesen Leuten sagen: Dafür braucht ihr keine Entwicklung bei uns kaufen, nehmt einfach unseren Generator. Man erstellt sich seinen Token und freut sich darüber, dass dies doch so einfach war. Man kann diesen dann für ein eigenes Projekt verwenden, was auch immer man damit machen möchte. Zum Beispiel Liquidität auf deiner dezentralen Börse hinterlegen wie Uniswap und so Geld für sein Projekt einsammeln – auch IDO, initial DEX Offering genannt. Meist braucht es aber mehr als nur einen ERC20 Token für ein Projekt. Da kommen wir dann ins Spiel, wenn es um weitere Entwicklung geht.


Krypto-Monitor: Wie begleiten Sie Unternehmen technisch beim Thema Crowdfunding?

Schmidt: Wir haben sowohl für Security Tokens, als auch für NFTs und Utility Tokens technische Lösungen in der Schublade, die wir jederzeit für Projekte nutzen können. Als wir 2019 Teil des ersten Security Token Offerings im Real Estate Bereich in Deutschland waren, haben wir beispielsweise eine Plattform entwickelt, über die man ein oder mehrere Tokenisierungsprojekte abwickeln kann. Eine Art Crowdfundingplattform. Diese nutzen wir aktuell, wenn es darum geht, Immobilien oder Firmen in Form von Security Tokens auf die Blockchain zu bringen. Natürlich begleiten wir diese Projekte auch mit Marketing und Consulting.

Krypto-Monitor: Wieviel technisches Verständnis dürften zukünftige Blockchain-Anwendungen vom User erfordern?

Schmidt: Im besten Falle so viel wie jede andere App, z.B. Online-Banking, Broker oder Social Media Apps das auch machen. Wir sehen immer mehr, wie komplexe finanzmathematischen Prozesse spielerisch und einfach dargestellt werden, gerade im DeFi Bereich ist das ein großer Trend. Nichtsdestotrotz ist der Einstieg in diese Welt noch immer nicht sehr einfach für Menschen, die noch nie in diesem Bereich zu tun hatten. Hier bedarf es noch mehr Userfreundlichkeit und dem Entfernen der Einstiegsbarrieren.

Krypto-Monitor: Zurück zum Internet-Vergleich: Damals hoffte man auf Demokratisierung der Information. Es wurde eher zu einer Verschiebung, allerdings wieder nur mit einer Handvoll Mächtigen. Was müsste im Krypto-Business passieren, damit hier die Idee der Demokratisierung und Dezentralisierung aufgeht?

Schmidt: Das Web2.0 sorgte dafür, dass es einige weniger Player wie Google, Facebook und Co. gibt, die die Standards festlegen und über fast alle Daten der User verfügen. Mit dem Web3.0 und dem dezentralen Modell sehen wir, dass das Gegenteil der Fall ist. Quellcode der Smart Contracts und der Geschäftsmodelle ist meist Open Source. Was auf der Blockchain passiert und gespeichert wird, ist ebenfalls transparent – auch wie Daten verschlüsselt werden. Diese Offenheit von Informationen und Prozesse erlaubt es, dass Anwendungen aneinander andocken können. Beispiel NFT: Ich halte mein NFT im Trust Wallet, handele es auf OpenSea, bridge es auf die Fantom Blockchain und verkaufe es auf Binance. Vier unterschiedliche Firmen und Projekte, die einzig über Blockchains und offene Standards – z.B. ERC721 – miteinander interagieren können, ohne Abhängigkeiten voneinander zu haben. Jeder dieser vier Teile wäre ersetzbar durch zukünftige neuere Projekte. Das ist das was diese neue Generation von Technologien so einzigartig macht.

Das Web2.0 sorgte dafür, dass es einige weniger Player wie Google, Facebook und Co. gibt, die die Standards festlegen und über fast alle Daten der User verfügen. Mit dem Web3.0 und dem dezentralen Modell sehen wir, dass das Gegenteil der Fall ist.“

Maximilan Schmidt, CPI Technologies

Krypto-Monitor: Derzeit sind auf coinmarketcap.com mehr als 440 Kryptobörsen und neben den Top-Kryptowährungen mehr als 15.000 Kryptowährungen gelistet. Was wird entscheiden, wer in Zukunft eine Rolle spielt?

Schmidt: Von den genannten 15.000 Crypto Währungen, die es aktuell auf CMC gibt, sind wahrscheinlich nicht einmal mehr die Hälfte noch aktiv. Viele laufen ja gegen 0 – im Wert und im Volumen. Aber es gibt dennoch sehr viele Projekte und Konzepte, die sich gegenseitig ergänzen oder offene Standards als Grundlage haben.

Krypto-Monitor: Ihre Hoffnung für die Blockchain-Technologien?

Schmidt: Definitiv, dass die Chancen und Möglichkeiten dieser Technologien gefördert, anerkannt und genutzt werden. Die Gefahr ist groß, dass gerade, weil die Blockchain Technologie so disruptiv ist, Überregulierung und Verbote die Nutzung für Endverbraucher oder Unternehmen erschwert. Ich hoffe sehr, dass Banken und auch Versicherungen erkennen, dass ihre Geschäftsmodelle durch Technologien wie dezentrale Börsen, dezentrale Kreditvergabe und dezentrale Versicherungen das gleiche Schicksal drohen kann, wie einst Videotheken oder analoge Fotografie – und dass das Resultat dieser Erkenntnis das aktive Mitgestalten und nicht das Vorantreiben von Verboten sein wird.

Link: CPI Technolgies

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Sascha Bém
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