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Steuern-FAQ auf Kryptowährungen in Österreich

Wann genau fallen eigentlich Steuern an?

Steuern fallen an, wenn Sie innerhalb eines Steuerjahres Gewinn mit dem Kauf von Kryptowährungen oder Token (alles dazu im Token FAQ) hatten. Die Berechnung zur Feststellung muss folgendermaßen aussehen:
Preis/Einkauf und eventuelle Kosten (Transaktionsgebühren) werden abgezogen von Preis/Verkauf. Der übrig bleibende Betrag ist zu versteuern. Können die veräußerten Krypto-Assets nicht eindeutig zugeordnet werden, sind jeweils die ältesten Krypto-Assets als zuerst verkauft anzusehen (FIFO-Methode).

Zu beachten ist, dass die Einordnung von Kryptowährungen in bspw. Security Token (Wertpapier) und Payment Coin (sonstiges unkörperliches Wirtschaftsgut) sowie Utility Token (Hier zu lesen: Token und DeFi FAQ) für die steuerliche Beurteilung wichtig ist, da sich daraus unterschiedliche steuerliche Konsequenzen ergeben.
Hinsichtlich anfallender Gebühren ist grundsätzlich zwischen Payment Coins (bspw Bitcoin), Utility Token (Gutschein, bspw BEST-Token) und Security Token zu unterscheiden.
Bei Payment Coins und Utility Token können, sofern diese Coins im Privatvermögen gehalten und innerhalb eines Jahres mit Gewinn veräußert werden, Werbungskosten geltend gemacht werden. Als Anschaffungsnebenkosten erhöhen diese die Anschaffungskosten, sodass es im Zeitpunkt der Veräußerung zu einem geringeren Veräußerungsgewinn kommt. Laut Judikatur sind Werbungskosten alle Kosten, die aus der Anschaffung des Spekulationsgegenstandes (Payment Coin oder Utility Token) und seiner Erhaltung bis zur Veräußerung erwachsen, ohne die also – wie in § 16 Abs 1 EStG normiert – die Einnahmen, die schließlich aus der Veräußerung fließen, nicht zu erwerben, zu sichern oder zu erhalten gewesen wären. Zu den Werbungskosten gehören somit Aufwendungen, die aus der Anschaffung des Spekulationsobjektes und seiner Erhaltung bis zur Veräußerung erwachsen.
Kommt es somit iRd Veräußerung zum Anfallen von Gebühren, kann eine Berücksichtigung als Anschaffungsnebenkosten lediglich in solchen Fällen erfolgen, in denen es zu einem Tausch gegen ein anderes Kryptoasset kommt.48 Liegt hingegen eine Veräußerung gegen Fiatgeld vor, stellen die Gebühren sofort abzugsfähige Aufwendungen dar.
Wenn es Ihnen bis hierhin schon zu kryptisch war und Sie lieber als Einsteiger in Krypto beginnen möchten, dann checken Sie unsere FAQs hierzu.

Wie berechne ich die Steuern?

Besteht keine gesetzliche Pflicht zur Buchführung (gem § 189 UGB114 sowie § 125 BAO115) und werden diese auch nicht freiwillig geführt, darf gem § 4 Abs 3 EStG der Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben als Gewinn angesetzt werden. Im Gegensatz zum Betriebsvermögensvergleich gem § 4 Abs 1 EStG, bei dem Betriebseinnahmen bzw. ausgaben im Zeitpunkt des Entstehens erfasst werden, gilt beim Einnahmen-Ausgaben-Rechner das sog Zufluss-Abfluss-Prinzip, dh gem § 19 EStG gelten Einnahmen als in jenem Kalenderjahr bezogen, in dem sie zugeflossen sind, und Ausgaben in jenem Kalenderjahr als abgesetzt, in denen sie geleistet wurden.

TIPP: Bei einem hohen Gewinn, der bei einem Eintausch der besten Kryptowährung zu Kryptowährung entsteht, sollte der geschuldete Betrag in Euro stets liquide auf einem Bankkonto zur Verfügung stehen, um die geschuldete Steuer am Tag der Zahlungspflicht auch bezahlen zu können. Es könnte sonst das Risiko bestehen, dass die eingetauschte Kryptowährung, die weiterhin gehalten wird, ihren Wert verliert und die geschuldete Steuer mangels liquider Geldmengen in Euro nicht bezahlt werden kann, da Gewinne und Verlust nicht jahresübergreifend gegengerechnet werden können.

Gibt es eine Chance auf Steuerfreiheit?

Trades sind steuerfrei, wenn die Summe aller Gewinne innerhalb eines Jahres unter 440€ liegen. Trades sind nicht zu versteuern wenn zwischen dem Ankauf und Verkauf oder Tausch mehr als 1 Jahr liegt.

Müssen diese Trades dennoch angegeben werden?

Die Abgabe einer Anlage ist insoweit entbehrlich, als Sie im Kalenderjahr 2017 keine privaten Veräußerungsgeschäfte getätigt haben oder die Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften insgesamt weniger als 600 Euro, im Fall der Zusammenveranlagung bei jedem Ehegatten / Lebenspartner weniger als 600 Euro betragen haben. Haben Sie innerhalb der oben genannten Fristen Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften realisiert, geben Sie bitte die Anlage SO ab.“
Die Anlage sieht auch nicht vor das nicht steuerbare Trades angegeben werden müssen.
Wie genau fülle ich die Anlage SO eigentlich aus?
Trading: Summe aller Einnahmen in Zeile 43, Summe aller Kosten in Zeile 45.
PoS/Lending/Bounties/cloudminig:
regelmäßig wiederkehrend = Einnahmen Zeile 4, Kosten Zeile 7
einmalig = Einnahmen Zeile 8, Kosten Zeile 11

Kann ich Verluste steuerlich geltend machen?

§ 18 Abs 6 EStG kennt – anders als im Bereich der außerbetriebliche Einkünfte erzielenden Privatanleger – wesentlich großzügigere Verlust- verwertungsmöglichkeiten: demnach ist es gem leg cit möglich, als Son- derausgaben auch Verluste abzuziehen, die in einem vorangegangenen Jahr entstanden sind (Verlustabzug). Dies gilt nur, wenn die Verluste durch ordnungsmäßige Buchführung (dh Gewinnermittlung nach dem Betriebsvermögensvergleich gem §§ 4 Abs 1 oder 5 Abs 1 EStG) oder bei Steuerpflichtigen, die ihren Gewinn gem § 4 Abs 3 ermitteln, durch ordnungsgemäße Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermittelt worden sind und soweit die Verluste nicht bereits bei der Veranlagung für die vorangegangenen Kalenderjahre berücksichtigt wurden.
Sollte es demnach durch den Handel mit Kryptowährungen insge- samt zu einem Verlust kommen, kann dieser gem § 18 Abs 6 EStG zeitlich unbegrenzt in Folgejahre vorgetragen werden und in voller Höhe mit zukünftigen Gewinnen verrechnet werden. Es kommt je- doch keine Steuerfreiheit bei einer Haltefrist von mehr als einem Jahr zur Anwendung, jeder Trade ist steuerpflichtig.

Kein Nachweis über Trades – und nun?

Hier verhält es sich genauso wie bei den Steuern auf Kryptowährungen in Deutschland: Volle Besteuerung. Beim Verkauf wird der Kauf am gleichen Tag für 0€ angenommen. Wenn komplett versäumt wurde sich um die Aufzeichnungen zu kümmern, sollte mit einem Steuerberater geprüft werden wie und in welchem Umfang Angaben an das FA zu machen sind.

Wann taucht der Kauf in der Steuererklärung auf?

Jeder Coin muss in dem Jahr angegeben werden, indem er verkauft/getauscht wird.

Für Nerds: Wichtige Gesetze

Erlässe
Erlass des Bundesministeriums für Finanzen v 22.7.2014, GZ BMF- 310205/0115-I/4/2014.
Erlass des Bundesministeriums für Finanzen v 12.11.2015, BMF- 010102/0012-IV/2/2015 Punkt 2.4.10.1.
EStR 2000 idF 14.5.2019 Rz 628a ff. UStR 2000 idF 28.11.2019 Rz 4 ff.
Richtlinien EU
RL 2018/843/EU des Europäischen Parlaments und des Rates v 30.5.2018 zur Änderung der RL 2015/849/EU zur Verhinderung der Nutzung des Finanzsystems zum Zwecke der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung und zur Änderung der RL 2009/138/EG und 2013/36/EU, ABl L 2018/156, 55.
Gesetze
Einkommensteuergesetz 1988, BGBl 1988/400 idF BGBl I 2020/99. Finanzmarkt-Geldwäschegesetz, BGBl I 2016/118 idF BGBl I 2019/62. Kapitalmarktgesetz, BGBl I 2019/62.
Körperschaftsteuergesetz 1988, BGBl 1988/401 idF BGBl I 2020/96.
Verordnungen
Verordnung der Bundesministerin für Finanzen betreffend KESt-Be- handlung von Kapitalmaßnahmen (Kapitalmaßnahmen-VO), BGBl II 2011/322 idF BGBl II 2017/115.
Verordnung (EU) 2017/1129 des Europäischen Parlaments und des Rates v 14.6.2017 über den Prospekt, der beim öffentlichen Angebot von Wertpapieren oder bei deren Zulassung zum Handel an einem geregelten Markt zu veröffentlichen ist und zur Aufhebung der Richtlinie 2003/71, ABl L 168/12.
Rechtsprechung EUGH
EUGH 22.10.2015, C-264/14 Hedqvist
Rechtsprechung FG-BB
FG-BB 20.6.2019, 13 V 13100/19

Definition virtuelle Währungen

wird gesetzlich definiert als „eine digitale Darstellung eines Werts, die von keiner Zentralbank oder öffentlichen Stelle emittiert wurde oder garantiert wird und nicht zwangsläufig an eine gesetzlich festgelegte Währung angebunden ist und die nicht den gesetzlichen Status einer Währung oder von Geld besitzt, aber von natürlichen oder juristischen Personen als Tauschmittel akzeptiert wird und die auf elektronischem Wege übertragen, gespeichert und gehandelt werden kann

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