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Steuern-FAQ auf Kryptowährungen in Deutschland

Wann genau fallen eigentlich Steuern an?

Steuern fallen an, wenn Sie innerhalb eines Steuerjahres, mehr Einnahmen als Ausgaben bei deinen Trades hatten, also Gewinne. Falls Sie noch nicht wissen, was ein Trade überhaupt ist, sollten Sie einen Blick in unser Krypto-Einsteiger FAQ werfen. Die Berechnung zur Feststellung muss folgendermaßen aussehen:
Preis/Einkauf und eventuelle Kosten (Transaktionsgebühren) werden abgezogen von Preis/Verkauf. Der übrig bleibende Betrag ist zu versteuern. Zu beachten ist, dass auch und gerade der Tausch von zum Beispiel BTC in IOTA steuerlich relevant ist. 
Es zählen nicht nur die FIAT Bewegungen.

Wie hoch ist die Steuer, die dann anfällt?

Ein pauschaler Prozentsatz lässt sich nicht angeben, da wir in Deutschland einen progressiven Steuersatz haben. Sie müssen mit ihrem persönlichen Steuersatz versteuern. Dieser ermittelt sich aus der Summe aller Einkünfte.
Der Grundfreibetrag ist ein Betrag X (für 2017 8.820€) bis zu dem keine Steuer anfällt. Dies gilt aber auch wieder für die Summe aller deiner Einkünfte.
Beispiel: Student hat keinen Nebenjob und hat 6.000€ Gewinn aus Krypto = unter dem Grundfreibetrag. Übt der Student jetzt noch einen Nebenjob, der nicht als Minijob abgerechnet wird, in Höhe von 7.000€ im Jahr aus, liegt er über dem Grundfreibetrag.

Gibt es Trades die steuerfrei oder nicht steuerbar sind?

Trades sind steuerfrei, wenn die Summe aller Gewinne innerhalb eines Jahres unter 600€ liegen (§ 23 Absatz 3 Satz 5)
Trades sind nicht steuerbar wenn zwischen dem Ankauf und Verkauf oder Tausch mehr als 1 Jahr liegt (Umkehrschluss aus § 23 Absatz 1 Nummer 2 Satz 1)

Muss ich steuerfreie oder nicht steuerbare Trades trotzdem angeben?

Die Abgabe einer Anlage ist insoweit entbehrlich, als Sie im Kalenderjahr 2017 keine privaten Veräußerungsgeschäfte getätigt haben oder die Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften insgesamt weniger als 600 Euro, im Fall der Zusammenveranlagung bei jedem Ehegatten / Lebenspartner weniger als 600 Euro betragen haben. Haben Sie innerhalb der oben genannten Fristen Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften realisiert, geben Sie bitte die Anlage SO ab.“
Die Anlage sieht auch nicht vor das nicht steuerbare Trades angegeben werden müssen.

Wie genau fülle ich die Anlage SO eigentlich aus?

Trading: Summe aller Einnahmen in Zeile 43, Summe aller Kosten in Zeile 45.
PoS/Lending/Bounties/cloudminig:
regelmäßig wiederkehrend = Einnahmen Zeile 4, Kosten Zeile 7
einmalig = Einnahmen Zeile 8, Kosten Zeile 11

Wie sieht es mit Verlusten aus? Kann ich diese steuerlich geltend machen?

Ja, gem. §23 EStG Abs. 3 S. 8 iVm §10d EStG ist ein horizontaler Verlustausgleich möglich. Horizontal bedeutet der Verlust kann nur in dieser Einkunftsart zurück oder vorgetragen werden. Ein Ausgleich mit anderen Einkunftsarten (zum Beispiel Arbeitnehmer, Gewerbe) ist nicht möglich.

Wie werden Kryptos besteuert, wenn ich keinen Nachweis mehr über Trades habe?

Volle Besteuerung. Beim Verkauf wird der Kauf am gleichen Tag für 0€ angenommen. Wenn komplett versäumt wurde sich um die Aufzeichnungen zu kümmern, sollte mit einem Steuerberater geprüft werden wie und in welchem Umfang Angaben an das FA zu machen sind.

Wenn ich letztes Jahr gekauft und dieses Jahr verkauft habe, zählt das zur Steuererklärung von 2017 oder 2018?

2018. Jeder Coin muss in dem Jahr angegeben werden, indem er verkauft/getauscht wird.

Wie sieht es mit dem Mining aus?

Wenn das direkte Mining (sog. Solo-Mining) noch im privaten Bereich durchgeführt wird, kommt eine Steuerbarkeit der geschürften Kryptowährung nicht in Betracht. Das verhält sich ebenso mit den Steuern auf Kryptowährungen in Österreich. Der bloße private Vermögenszuwachs ist kein steuerbarer Vorgang, aber auch die spätere Veräußerung der Kryptowährung ist nicht steuerbar. Die Herstellung ist keine Anschaffung i.S.d. § 23 (1) Nr. 2 EStG und die private Veräußerung selbst hergestellter Wirtschaftsgüter ist steuerlich unbeachtlich.

Was ist mit Coins/Token die aus einem Airdrop stammen?

A1: Erfassung als steuerpflichtige Einkünfte des § 22 Nr. 3 bei Zufluss, ein späterer Verkauf wäre somit steuerfrei.
A2: Besteuerung als “Windfall Profits”, User erbringt keine Gegenleistung beim Erhalt der Airdrops, somit gibt es keine Anschaffungskosten im Sinne des § 23, Zufluss und Verkauf wären somit steuerfrei
A3: Praxiskompromiss, Zufluss und Anschaffungskosten für 0 €, Verkauf innerhalb der Jahresfrist = Steuer auf den vollen Wert

Was ist mit Coins/Token die mit Lending generiert werden?

Der Begriff „lending“ ist etwas irreführend, da eine Leihgabe dem Begriff nach eigentlich unentgeltlich ist. Vielmehr ähnelt es hier einer Vermietung. Die mit lending generierten Coins sind mit dem Zuflussprinzip zu bewerten und als Einkünfte nach § 22 Nr. 3 in der Steuererklärung anzugeben. Der Verkauf der Coins, Token oder Token-Defi ist dann nicht mehr steuerlich relevant.

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