NFTs erobern den Gaming-Markt: Investment oder Spaß?

Während NFTs in der Vergangenheit oftmals für digitale Kunstwerke (der erste Tweet wurde als NFT für 2,9 Millionen US-Dollar versteigert) fungierten, öffnet sich nun ein neuer Markt: Die Integration von NFTs in Games, vorwiegend Mobile Games. Spiel-Items wie Waffen, Personen oder ein Stück Land können als NFT erstellt werden, nur ein einziger User besitzt hierbei das exklusive Item. Es sind die vielfältigen und den Gaming-Markt revolutionierenden Möglichkeiten, die NFTs in Games so interessant machen. Doch wie sieht der Investmentfaktor aus, können mit Gaming-NFTs gewinnbringende Investments getätigt werden oder überwiegt hier lediglich der Spaßfaktor?

Gastautor Andreas Belocerkov ist Unternehmer und Profi-Investor. Er ist Experte, wenn es um Themen wie Investments an Kryptobörsen, aber auch Marketing, Digitalisierung und Social Media geht. Er weiß, welches Potential NFTs im Gaming-Bereich aufweisen und ob es sich hierbei um wahre Investments handeln könnte. Wird das NFT-Business vergleichbar mit der Performance der besten Kryptowährungen?

NFTs in Games werden immer beliebter

Die Integration von NFTs in Games bietet vollkommen neue Möglichkeiten: Spieler können hier innerhalb des Spiels Gegenstände, die Teil des Games wie beispielsweise Waffen oder Charaktere erwerben. Da dies per NFT geschieht greift hier die Blockchain-Technologie, und die Spieler werden zu exklusiven Besitzern ihrer Erwerbe. Auch können Games nach dem Play-to-Earn-Prinzip agieren: Wenn Spieler bestimmte Aufträge oder Missionen erfüllen, erhalten sie im Gegenzug dazu Token, die sie wiederum für den Kauf von NFTs innerhalb des Games einlösen können. Gamer können also nicht nur NFTs von ihrem eigenen Geld kaufen, sie können während eines Spiels ihr Vermögen aufbauen und hiervon NFTs erwerben.

Welchen Wert haben solche NFTs?

Nun stellt sich jedoch die berechtigte Frage, ob die Gaming-NFTs einen Wert haben – auch außerhalb des Spieles. Zum einen ist es durchaus möglich und in der Praxis auch bereits zu beobachten, dass bestimmte NFTs einen höheren Wert als andere aufweisen. Dies liegt daran, dass gewisse Items, die als NFT erworben wurden, seltener, und damit für das Spiel auch wertvoller sind. Bietet das Game die Möglichkeit, dass Spieler Items untereinander verkaufen oder tauschen können, so werden all jene NFTs teuer verkauft, die einen Sammlerwert besitzen. Zum anderen könnte es sich bei solch einer Play-to-Earn-Variante auch um eine gewisse Form von Investments handeln. Insbesondere dann, wenn ein Spiel noch in der Anfangsphase steckt, ist sein Marktwert oftmals noch nicht abzuschätzen. Wenn in dieser Phase ein Spieler bereits durch das Absolvieren der Missionen eine bestimmte Anzahl an Token erhalten hat und diese in NFTs investiert, so könnte der Wert dieser im Laufe der Zeit steigen.

Der Hype um das Game ist meist entscheidend

Insbesondere dann, wenn Spieler NFTs generieren oder kaufen, bevor das Spiel einen Hype auslöst, könnten sich die NFTs in späterer Folge als wertvoll herauskristallisieren. An dieser Stelle muss die Tragweite von Hypes in Games in der heutigen digitalen und internationalen Welt betrachtet werden.


Sorare ist beispielsweise solch ein Game, das zuletzt einen Hype los stieß und für einen nachhaltigen Trend in der Fußball-Gaming-Welt sorgen könnte. Die Idee dahinter? Ein Sammelalbum der beliebtesten Fußballspieler, quasi ein digitales Panini-Album, die Karten können als NFTs gekauft werden. Dazu kommt der Fantasy-Football-Aspekt hinzu, Spieler des Games agieren quasi als digitale Fußballmanager und Trainer, Fußballer können getauscht, verkauft und gekauft werden. Die teuerste Karte kostet hier knapp 250.000 Euro, handelt es sich um ein Einzelstück des begehrten Fußballprofis Christiano Ronaldo.

Fazit – Investment oder Spaß?

Doch wie können Krypto-Liebhaber und Gamer diese Art von NFTs nun bewerten und einstufen? Die Vergangenheit zeigte, dass ein früher Einstieg in NFT-Games sich dann finanziell lohnen kann, wenn diese Games einen Hype erfahren. Dennoch ist hier Vorsicht geboten, handelt es sich um ein spekulatives und risikoreiches Investment. Besonders wenn der Erfolg eines Spieles noch nicht abzusehen ist, ist eher davon abzuraten, hier NFTs als Geldanlage zu erwerben.

Play-to-Earn-Spiele bieten hingegen die Möglichkeit, sich während des Games Token dazu zu verdienen, solange hier kein eigenes Geld investiert wird, wirken diese Art von Spielen harmlos. Das wohl aktuell vielversprechendste Game ist Sorare, mit unzähligen Prominenten als Kunden und der deutschen Bundesliga als Partner genießt das Spiel nicht nur Hype, sondern auch Vertrauen. Die NFTs innerhalb dieses Spieles weisen bereits jetzt schon eine teils enorm hohe Summe auf. Was Sorare dabei definitiv zugute kommt ist der Sammleraspekt. Sowohl NFTs als auch Gaming stellt meist ein gewisses Risiko dar und ist oftmals glücks- oder zufallsabhängig.

Der Markt dürfte noch nicht weit genug entwickelt sein, als dass NFTs in Games als sicheres Investment dienen können. Hierfür sind die Entwicklungen der nächsten Monate entscheidend, ob NFT-Games ihren kurzzeitigen Hype überstehen und sich langfristig etablieren können.


Über den Autor:

Andreas Belocerkov ist ein erfolgreicher Unternehmer und Investor. In den letzten 10 Jahren gründete er diverse Unternehmen und führte diese zu Millionenumsätzen. Privat hat er seinen Wohnsitz in Barcelona und steckt hinter der Entwicklung der – zum Teil – größten Personenmarken im europäischen Raum.


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