Krypto-Stromverbrauch: Ethereum hat das Zeug zum grünen Gamechanger

Kryptowährungen haben immer noch einen schlechten Ruf. Zum Teil zu Unrecht: Kryptos seien vor allem für illegale Geschäfte geeignet. Falsch! Die Blockchain vergisst nicht, man kann Transaktionen nachvollziehen. Kein Wunder also, dass immer noch der bei weitem überwiegende Teil der weltweiten Schwarzgeldzahlungen in Cash und nicht via Kryptobörsen vollzogen wird.

Die besten Kryptowährungen wie Bitcoin & Co. werden aber auch zurecht kritisiert: Dann nämlich, wenn es um den absurden Strombedarf geht.

Der den Markt mit großem Vorsprung dominierende Bitcoin liegt naturgemäß auch da vorne: Wäre das Netzwerk ein Land, so wäre es auf Platz 23 der größten Energieverbraucher-Nationen.


Aber auch Ethereum lässt sich in dieser traurigen Bilanz sehen. Nachdem enormen Zuwächsen 2021 hat leider auch dieses Netzwerk mittlerweile den Energieverbrauch samt CO2-Fußabdruck eines kleinen Landes.

Verantwortlich sind sowohl bei Bitcoin wie auch bei Ethereum der Proof of Work Konsens. Während Bitcoin in Ermangelung eines Managements dieser Problematik ausgeliefert ist, äußert sich die Ethereum Foundation zum Jahreswechsel auf ethereum.org äußerst selbstkritisch: „Der aktuelle Energiebedarf von Ethereum ist zu hoch und nicht nachhaltig.“

Aber: Ethereum plant ja schon seit geraumer Zeit den Umstieg auf Proof of Stake. Und 2022 soll es ernst werden. Laut Testumgebungen scheint sich mit dem Konsens-Wechsel eine Reduktion des Energiebedarfs um 99,95% realisieren zu lassen!

Aber nicht nur das, auch gegenüber traditionellen Netzwerken wähnt man sich im Vorteil: Mit dem Ethereum-Upgrade könne man Transaktionen um 225-mal effizienter abwickeln als VISA. Energiebedarf Ethereum wäre ca. 0,4% (!) bei gleicher Transaktionszahl.

Ethereum-Mastermind und bekannter Tiefstapler Vitalik Buterin dämpfte aber vor wenigen Tagen in einem Podcast-Auftritt die Erwartungen: Ethereum sei noch nicht massenmarkttauglich. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit sei noch zu niedrig, die Gas-Gebühren (sprich: Transaktionskosten) seien auch nach der Umstellung auf Proof of Stake zu hoch.

Ethereum scheint jedenfalls einige Themen am Radar zu haben, die anderen Coins mittelfristig das Genick brechen könnten. Auch vor einer Massenmarktadaption wird das den ETH als Investment für viele noch interessanter machen.

Sharing is caring
Standardbild
Sascha Bém
Artikel: 250