US-Angriff auf den Iran: Märkte stehen Kopf, Bitcoin als Etappensieger

Die Trump’sche Eskalation im Iran hat die globalen Finanzmärkte in Aufruhr versetzt – und der Kryptomarkt bildet hier keine Ausnahme. Zumindest zu Beginn. In den Stunden unmittelbar nach Bekanntwerden des US-Angriffs auf iranische Ziele reagierte Bitcoin zunächst mit deutlichen Kursverlusten. Die führende Kryptowährung verlor innerhalb weniger Stunden mehrere Prozentpunkte, da Investoren ihre Positionen in risikoreicheren Assets reduzierten. Dieser reflexartige Abverkauf ist ein bekanntes Muster: In Momenten erhöhter geopolitischer Unsicherheit fliehen Anleger zunächst aus volatilen Anlageklassen.

Eine zusätzliche Belastung für den Kryptomarkt kommt von der Entwicklung des Ölpreises. Nach dem Angriff schoss der Preis für Brent-Rohöl innerhalb von 24 Stunden um über 8% in die Höhe, da Märkte mit möglichen Lieferunterbrechungen aus der strategisch wichtigen Golfregion rechnen. Die Straße von Hormus, durch die etwa 21% der weltweiten Öllieferungen transportiert werden, steht auch gegenwärtig im Fokus der Sorgen.


Steigende Ölpreise bedeuten steigende Energiekosten – und das trifft die energieintensive Bitcoin-Mining-Industrie direkt. Analysten weisen darauf hin, dass anhaltend hohe Energiepreise die Produktionskosten für Bitcoin erhöhen und damit die Profitabilität vieler Miner gefährden könnten. Dies könnte mittelfristig zu einer Reduzierung der Hash-Rate führen, was wiederum Auswirkungen auf die Netzwerksicherheit haben könnte.

Dann: Das überraschende Comeback

Seit Anfang März geht es mit dem Bitcoin-Kurs – in turbulenten Bewegungen – bergauf! Laut Bloomberg verzeichnen Spot-ETFs in den vergangenen Tagen Zuflüsse von mehr als einer halben Milliarde Dollar und boosten den Bitcoin-Kurs. Es scheint dies für viele institutionelle Investoren die Anlageform der Wahl zu sein, bei der sie eine Balance zwischen Alternative zu klassischen inflationsgefährdeten Investments einerseits und weniger Volatilität als etwa Altcoins andererseits erhoffen. Und so gehen Bitcoin sowie Ethereum mit einem Wochenplus von rund 3% ins Wochenende.

Die vergangenen Wochen verdeutlichen aber auch wieder, dass Bitcoin & Co. nicht im luftleeren Raum existieren. Es bleiben – schwer vorhersehbare – Wechseldynamiken zwischen Rohstoff-, Finanzsystem und Krypto. Derzeit schwappt Geld in Richtung Bitcoin, an der Straße von Hormus könnten sich die Gezeiten aber schnell wieder drehen.

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