Bitcoin & Co. vor Fed-Zinsentscheidung unter Druck

Kommenden Dienstag und Mittwoch bestimmt die US-Zentralbank Fed die neuen Leitzinssätze. Und man möchte nicht in der Haut ihres neuen Chefs, Kevin Warsh, stecken. Einerseits gilt es, der Inflation Herr zu werden und daher eine strengere Geldpolitik („hawkish“) einzunehmen. Sprich: Zinsen rauf.

Andererseits gibt es da diesen US-Präsidenten der recht wenig von Fakten und finanzpolitischen (oder sonstigen) Zusammenhängen hält und der eine Zinssenkung („dovish“) fordert. Dazu kommt, dass soeben die EZB die Leitzinsen gehoben hat und umso mehr die Augen auf die Fed gerichtet sind, von der ein ähnlicher Move erwartet wird.

Für Bitcoin & Co. sind Aussichten auf höhere Leitzinsen tendenziell schlecht. Sollten die Zinsen nämlich steigen, können Anleger ihr Geld in sichere Anleihen oder Sparkonten mit guter Rendite parken. Warum dann in volatiles Krypto investieren? Aber selbst bevor ein solches Szenario eintritt, verbreitet ein noch größeres Gespenst miese Laune: das der Unsicherheit.

Bitcoin hatte gerade noch eine gute Phase. Die Hoffnung auf Zinssenkungen war groß. Aber dann kamen Daten, die signalisierten: Vielleicht geht alles doch nicht so schnell mit den Senkungen. Ein solcher Enttäuschungsmoment ist Gift für die Kurse – nicht etwa, weil das grundsätzliche Vertrauen in Bitcoin geschwunden ist, sondern weil das Narrativ abgerissen ist, auf das man gerade gesetzt hatte.

Wie immer spielen Psychologie und vage Bauchgefühle in solchen undurchsichtigen Situationen eine Hauptrolle. Konkreter wird es wohl erst wieder, wenn Kevin Warsh nächste Woche vor die Presse tritt. Bis dahin bleibt alles in Schwebe und – unsicher.


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