30. Dezember 2019

C’est tout: Erstes europäisches Land regelt Kryptoverwahrung neu

frankreich kryptoverwahrung

Kluger Schachzug von unseren Freunden aus Frankreich: die oberste Finanzaufsichtsbehörde hat die Verwahrung von Kryptowährungen gesetzlich reguliert, aber nicht ganz uneigennützig. Bereits 2020 möchten die Franzosen einen eigenen Coin an den Start bringen. Aber der Reihe nach…

Krypto-Regulierung in der Grande Nation

Vergangene Woche hat die Autorité des Marchés Financiers (AMF) neue Lizenzierungsregeln für „Digital Asset Service Provider“ (DASPs) eingeführt. Außerdem gelten gesetzliche Richtlinien für Unternehmen, die eine Lizenz für Kryptoverwahrung beantragen und die Aufsichtsbehörde im Zuge dessen künftig über Cybersicherheitsmaßnahmen informieren müssen.

Bereits im Mai 2019 war das PACTE-Gesetz eingeführt worden, welches dazu dient, den Rechtsrahmen bei ICOs ordentlich zu klären. Um nun eine Lizenz beim AMF für die Verwahrung digitaler Assets zu beantragen, müssen die Unternehmen einiges offenlegen – dazu zählen unter anderem die Geschäftsstruktur und die Einhaltung bestimmter Sicherheitsvorkehrungen.

Cybersecurity bei den Franzosen

Sofern ein Unternehmen die Verwahrung von Kryptowährungen in Frankreich ermöglicht und ihren Hauptsitz in ebendiesem Land hat, muss es bei der AMF registriert werden. Die AMF prüft anschließend, ob die Bestimmungen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CFT) eingehalten werden. Alle Kryptoverwahrer und Exchanges ähnlich wie Coinbase, Bitpanda und Coinmama sind von der neuen Gesetzgebung betroffen.

Alles nur aus Eigennutz?

Frankreich möchte nächstes Jahr als erstes Land in der Euro-Zone eine digitale Währung testen. Das System soll darauf ausgelegt sein, sehr große Geldbeträge schnell und einfach transferieren zu können. François Villeroy Galhau, Gouverneur der Notenbank Banque de France, verkündete bereits Anfang Dezember, dass die Testphase schnell anlaufen solle.

Zunächst soll der digitale Euro aber nur im Internethandel getestet werden und für Privatpersonen nicht zugänglich gemacht werden. Dennoch ist Frankreich bislang der Vorreiter in Europa, und damit könnte die gesamte Krypto-Industrie ordentlich Fahrt aufnehmen.

Lisa Gröning

Redakteurin bei Krypto-Monitor
Lisa Gröning arbeitet seit Website-Launch für den Krypto-Monitor – sie schärfte ihr ausgeprägtes Sprachtalent in einem deutschen Verlagshaus und widmete sich nach dem Studium ihren beiden großen Passionen – Medien und Sport; als Projektmanagerin in der Werbebranche, als Redakteurin in Online-Projekten und als Yogatrainerin.
Lisa Gröning