FTX Fortsetzung II: Bitpanda, Binance, Crypto.com – wie gefährlich sind Exchange-Token?

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Im Vorfeld der FTX-Pleite gab es bekanntlich einige Nachrichten von Binance-Chef Changpeng „CZ“ Zhao. In feinster Elon-Musk-Manier hatte er eine Übernahme des kleineren Konkurrenten FTX angekündigt, dann aber öffentlichkeitswirksam zurückgezogen. Das irritierte den Markt.

Alle Beobachter sind sich aber einig, dass die Ursache für den FTX-Crash woanders liegt: beim hauseigenen Exchange-Token FTT. Genauer: Die Tatsache, dass ein selbst entwickeltes Asset als Besicherung für Kredite und ein tragender Bestandteil der FTX-Finanzen war, sei fatal gewesen.

Grundsätzlich haben viele Kryptobörsen einen eigene Token, meist ein ERC20-Token auf der Blockchain von Ethereum, der durch regelmäßige Token-Burns gegen Inflation geschützt werden soll. In erster Linie dienen diese Token als Stammkunden-Goodie. Man kann sie etwa für Trades bekommen und sie für ermäßigte Transaktionskosten verwenden. Sie verkörpern Rabatte und Kundenbelohnungen sowie Staking Rewards.


Da sich das alles innerhalb der ausgebenden Exchange abspielt, birgt dieses Einsatzgebiet wenig Risiko. Bitpanda etwa betont im Unternehmensblog genau deswegen: „BEST wird fast ausschließlich auf Bitpanda getradet“.

Je mehr ein Exchange-Token allerdings das Ökosystem der eigenen Börse verlässt, desto mehr ist der Wert – Vertrauenssache. Nämlich: ob die Börse floriert und der „interne“ Token am gesamten Markt an Bedeutung gewinnt.

Vielleicht vergleichbar: Würden Sie vom Supermarkt Ihres Vertrauens Treuebons sammeln, erhoffen Sie wohl, dass der Supermarkt immer toller wird und die Bons heiß begehrt…

Prominentestes Beispiel ist der BNB, der Token von Binance. Der BNB Coin startete 2017, ebenfalls als ERC-20 Token, mittlerweile läuft er auf einer eigenen Blockchain und ist sogar die Nummer fünf der Top-Kryptowährungen bei der globalen Marktkapitalisierung!

In zeitlicher Nähe zur FTX-Pleite kommunizierte CZ offensiv, um zu verdeutlichen, dass „sein“ BNB mit FTT von FTX nicht zu vergleichen – und ein ähnlicher Token-GAU unmöglich wäre:

Der BNB sei also nie zur Besicherung (collateral) in Verwendung. Dennoch kann man ahnen, dass eine Marktkapitalisierung von aktuell mehr als 22 Milliarden Euro für einen Exchange-Token eine wackelige Sache sein kann. Der BNB stand vor ca. einem Jahr bei 526 € und heute bei 254 €.

Eine noch unerfreulichere Kursentwicklung zeitigte der CRO, der auf der Cronos Chain laufende Exchange-Token der Kryptobörse Crypto.com. Vor einem Jahr Peak bei 0,79 €, heute 0,06 €.

Crypto.com verzeichnet laut einer Analyse von JP Morgan große Abflüsse an Kundengeldern. Darüber hinaus flog eine versuchte Mittelüberweisung in der Höhe von 400 Mio. US$ von Crypto.com an Gate.io auf, die dann auch rückgängig gemacht wurde.

„CZ“ trat auch hier elegant nach: „Wenn eine Börse große Mengen an Krypto verschieben muss (…), ist das ein klares Zeichen für Probleme. Bleiben Sie weg!“

Crypto.com muss nun das Investorenvertrauen in Börse und Token stärken. Ob das mit den aktuellen PR-Bemühungen gelingt, sei dahingestellt. Crypto.com veröffentlichte Listen mit Wallets mit enormen BTC und ETH Guthaben, um die Liquidität zu beweisen. Und: Crypto.com ist nun ausgerechnet Sponsor der Fußball WM in Katar.

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Sascha Bém
Sascha Bém
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