JPMorgan: Erst Bitcoin-Buh jetzt Bitcoin-Wuh

JPMorgan ist die erste große Bank, die Kryptowährungsfonds für Privatkunden anbietet. Ein Wendepunkt für das gesamte Krypto-Ökosystem geht damit einher: JPMorgan hatten bislang eine Anti-Digital-Asset-Haltung.

JPMorgan’s Advisors führen Krypto-Trades für Kunden aus

Die führende Investmentbank JPMorgan hat ihren Finanzberatern die Erlaubnis erteilt, Kryptowährungsgeschäfte für ihre Privatkunden auszuführen. Die Nachricht folgt einer steigenden Nachfrage nach Krypto-Trades durch Kleinanleger, die die bestehende Volatilität eher als Chance denn als Hindernis sehen. Seit dem 19. Juli hat die Bank Berater autorisiert, Aufträge zum Kauf und Verkauf von wichtigen Kryptowährungen auszuführen, darunter:

Die Bank geht indes darauf ein, dass Berater nur „unaufgefordert“ Krypto-Handel ausführen werden, was bedeutet, dass sie die Produkte nicht empfehlen, aber autorisiert sind, im Namen der Kunden zum Beispiel Bitcoin zu kaufen oder zu verkaufen.

Zuvor hatte Mary Erdoes, CEO bei J.P. Morgan Asset & Wealth Management, behauptet, dass die meisten Kunden der Bank Kryptowährungen als eine „Anlageklasse“ betrachten und Interesse an Investitionen in diesem Bereich bekunden. Sie erklärte: „Viele unserer Kunden sagen: ‚Das ist eine Anlageklasse, und ich möchte investieren‘, und unsere Aufgabe ist es, ihnen zu helfen, ihr Geld dort anzulegen, wo sie investieren möchten.“

JPMorgan 2017: „Bitcoin ist Betrug“

Die Nachricht von JPMorgan stellt eine ironische Wendung dar, wenn man bedenkt, dass JPMorgan-CEO Jamie Dimon nach wie vor ein gnadenloser Kritiker der Krypto-Industrie ist. Bereits 2017 sagte Dimon, dass Bitcoin schlimmer als die größte Vermögensblase der Geschichte sei.

In jüngerer Zeit, im Mai 2021, als JPMorgan enthüllte, dass es einen Bitcoin-Fonds für wohlhabende Kunden anbieten wird, erklärte Dimon, dass er immer noch kein Fan von Bitcoin ist. Während er Bitcoin zu diesem Zeitpunkt nicht als Blase bezeichnete, erklärte er: „Ich bin kein Bitcoin-Anhänger. Ich kümmere mich nicht um Bitcoin. Ich habe kein Interesse daran. Andererseits sind die Kunden daran interessiert, und ich sage den Kunden nicht, was sie tun sollen.“

Nichtsdestotrotz ist die Nachricht ziemlich bullish für die Krypto-Adoption. Zum einen ist sie ein Indiz dafür, dass die Nachfrage von Privatkunden nach einem Engagement in der volatilen Anlageklasse als Wertaufbewahrungsmittel oder zur Portfoliodiversifizierung stark bleibt.

What’s next?

In Anbetracht der Tatsache, dass JPMorgan nun die besten Kryptowährungen für Das Jahr 2022 für alle Kunden anbietet, wäre es fair zu erwarten, dass andere Rivalen der Bank, einschließlich Goldman Sachs, Morgan Stanley und Bank of America, ebenfalls vermögenden Privatkunden direkten Zugang zu Krypto-Produkten zu bieten.

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Lisa Gröning
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