30. Dezember 2018

Asien geht in die Kryptowährungs-Offensive

Asien geht in die Kryptowährungs-Offensive

In Asien verdichten sich die Signale, dass Kryptowährungen vor einem flächendeckenden Gewinn an Bedeutung stehen. Das hat nicht nur mit der Blockchain zu tun. Doch der Reihe nach:

China: Reich der aufgehenden Supercoin?

So wenig kommunikativ die chinesische Regierung ist, so technologieaffin ist sie. Nicht nur im Bereich der Arificial Intelligence will man Vorreiter sein – und bleiben. Und hier stehen die Vorzeichen sehr gut. Schließlich braucht AI vor allem eines um gedeihen zu können: Daten. Nun hat China sowohl genug Daten-Lieferanten in Form von weit über einer Milliarde Menschen, als auch ein enden wollendes Verständnis von Datenschutz. Here we go.

Zurück zur Blockchain: Das offizielle China hat mit Kryptowährungen keine rechte Freude. Argumentiert wird: Wer Bitcoin, Ethereum oder generell Währungen kauft, die sich der staatlichen Kontrolle entzieht, kann nur Kriminelles vorhaben.

Inoffiziell scheint die Begründung eine ganz andere zu sein, warum das Reich der Mitte extrem restriktiv mit Coins umgeht – mutmaßen zumindeste einige Analysten: Es scheint, dass die chinesische Zentralbank an einer eigenen offiziellen Kryptowährung schraubt. Diese wäre auf einen Schlag größer als Bitcoin, mutmaßen Experten. Die Volumina an bisherigen Handelsplätzen (hier einige große Kryptobörsen im Vergleich) könnten schnell in den Schatten gestellt werden.

Wer das Geld kontrolliert, kontrolliert die Menschen

Auch wenn es dazu – natürlich – keine offiziellen Stellungnahmen gibt, so läge das Vorhaben auf der Hand: Eine staatlich eingeführte digitale Währung ergibt gepaart mit AI-Features wie Gesichtserskennung eine lückenlose Kontrolle über das Volk.

Eine weitere Entwicklung spielt dabei der Regierung in die Karten: Dank der Apps WeChat (Messaging-Service) und Alipay (Bezahldienst des Online-Marktplatzes Alibaba) ist in China Mobile Payment so populär wie sonst nirgendwo. In den vergangenen sechs Jahren ist die Rate der Bargeld-Einkäufe von 67 auf 31 Prozent gesunken. China hat in der jüngeren Vergangenheit mehr oder weniger das Kredit- oder Debit-Kartensystem übersprungen und ist vom Cash gleich zum Mobile Payment gewechselt. Dabei haben die wenig strengen Datenschutzrichtlinien die Anbieter sehr begünstigt. Die Situation in Europa könnte auch in dem Bereich nicht konträrer sein.

Die chinesische Bevölkerung hat sich also mit der Abschaffung von Bargeld angefreundet. Der Schritt zu einer staatlichen Kryptowährung wäre nicht mehr allzu groß.

Kryptotrend auch in Südostasien

Nicht nur in China stehen die Zeichen auf Blockchain: Auch die Bank of Thailand arbeitet konkret an einer eigenen Kryptowährung namens „Inthanon“. Und ausgerechnet Nordkorea öffnet sich ebenfalls dem Thema. So wird in Pjönjang im Oktober zu einer internationalen Blockchain-Konferenz geladen.

Ob Chinas Regierung oder Kim Jong-un den Demokratisierungs- und Dezentralisierungsgedanken der Blockchain im Sinne haben, darf angezweifelt werden.

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