8. März 2019

Frankreich und Kryptowährungen: Au revoir dezentral?

muenze finger
Der Kerngedanke von Bitcoin und co. verschwindet immer mehr in den Hintergrund: die Dezentralisierung! Momentan beobachtet man nämlich überall, wie staatliche Regulierungen und gesetzliche Rahmenbedingungen für Kryptowährungen geschaffen werden. Denn natürlich liegt hier Potenzial für Regierungen – eine weitere mögliche Steuerquelle zum Beispiel.

Die Gegenbewegung – ein Dorn im Auge

Natürlich gibt es einige Kryptowährungen, die vermehrt auf Dezentralisierung setzen und hierfür Privacy Coins einsetzen. Denn dezentral bedeutet nicht von einer einzigen Instanz gesteuert, sondern anonym und auf vielen Einzelteilen basierend – daher sind private Coins der Inbegriff der Dezentralisierung! Die Kryptowährung Monero (XMR) ist genau so eine Privacy Coin, derer Technologie darauf ausgerichtet ist, anonyme und hochverschlüsselte Zahlungstransaktionen zu tätigen.

Die privaten Kryptowährungen erfreuen sich wegen ihrer Undurchsichtigkeit bei vielen Regierungs- und Steuerbehörden keiner großen Beliebtheit. Ebenso wenig bei den Franzosen: die Nationalversammlung Frankreichs hat gestern einen Bericht veröffentlicht, in dem das Thema der privaten Coins ausführlich behandelt wurde. Laut Bericht stellt nämlich diese Gruppe der Kryptos eine besondere Gefahr dar, indem sie durch ihre Anonymität kriminelle Aktivitäten wie Geldwäsche fördern würden. Daher fordert die Nationalversammlung ein Verbot aller privaten Kryptowährungen – Details zur technischen Umsetzung eines solchen Verbots bzw. Überwachung gibt es noch nicht.

Hmmm…

…das lässt uns natürlich Grübeln. Einerseits ist unser Nachbarland relativ offen gegenüber der Blockchain-Technologie – seit Januar kann man bereits in 4.000 Tabakläden in ganz Frankreich mit Bitcoin zahlen. Andererseits fordern sie nun eine Regulierung anonymer Kryptowährungen. Das bedeutet im Umkehrschluss die Zentralisierung des digitalen Geldes und somit Bye, bye dezentral. Eine naheliegende Frage aus der Redaktion: Ist es wirklich sinnvoller für den Ottonormalverbraucher das digitale Geld in die Hand des Staates zu übergeben?

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