Gerichtsstreit Trump vs. Sun: Memecoins und Mimimi

Wenn sich zwei solche Sympathieträger in die Haare kriegen, kann man einfach nicht wegschauen. Vorhang auf für Donald Trump und Justin Sun. Ersterer… genug gesagt. Zweiterer ist milliardenschwerer Krypto-Unternehmer: Gründer von Tron, Käufer unter anderem von BitTorrent, Poloniex oder Blockchain-Game-Entwickler Animoca. Immer schnell im Business, immer hart am Wind.
Der gebürtige Chinese scheint, auf der ganzen Welt zu Hause zu sein und hat sich mit seinen rechtlichen Grenzgängen schon mit ehemaligen Mitarbeitern, App-Stores und Gesetzeshütern angelegt. So auch mit der US-Börsenaufsicht zu Zeiten der Administration Biden. Es ging um den Verkauf nicht registrierter Wertpapiere im Zusammenhang mit Tron- und BitTorrent-Token. Der Fall schlug einige Wellen, nachdem im Zuge dieser Strafverfolgung auch einige Prominente (Lindsay Lohan…) angeklagt wurden, für die Kryptowährungen geworben zu haben, ohne ihr Sponsoring dafür offenzulegen.
Sun investiert dann 2024 in das Unternehmen „World Liberty Financial“ (WLF) des neuen Präsidenten Trump 75 Millionen US$ und ein Jahr später 40 Millionen US$ in den $Trump Memecoin. Generell gilt der Routinier Sun als große Einstiegshilfe des Trump-Clans ins Krypto-Business. Mittlerweile hat die SEC wundersame Weise einen Gang zurückgeschaltet, Suns Nase für rentable Investitionen scheint ihn wieder nicht getäuscht zu haben.
Aber dann: Trumps Krypto-Ambitionen stellen sich wenig überraschend als Pump-&-Dump-Stunts heraus. Alleine die Memecoins $TRUMP und $MELANIA verloren bisher mehr als 90% gegenüber den Höchstständen und verbrannten bisher mehr als 4 Milliarden US$ Investorengeld, während die emittierenden Trumps laut Schätzungen 600 Millionen US$ gemacht haben dürften.
Und Suns Investitionen in WLF? Angeblich eingefroren. Der Investor verklagt daraufhin das Trump-Unternehmen und unterstell auch, dass bei WFL nicht ausreichend Kapital für finanzielle Verpflichtungen vorhanden sein. Angeblich ist Sun davor eleganter Weise gegen den WFL Token auch short gegangen…
Es wäre nicht Donald Trump, würde Feuer nicht mit Feuer begegnet werden. So wird in der Nacht auf heute bekannt, dass WLF ebenfalls gegen Sun vor Gericht zieht: Rufmord, Marktmanipulation… Yes, there will be blood.
Dass der kryptofreundlichste US-Präsident der Geschichte sich und seinen Clan mit diversen zwielichtigen Projekten obszön bereichert, ist kein Geheimnis. Und vielleicht ist es doch keine ganz üble Idee, dermaßen mächtige Finanzinstrumente ordentlich zu regulieren, mit denen man neben zahlreichen MAGA-Fans sogar einen Justin Sun schröpfen kann.
Hier finden Sie die Liste der Unternehmen mit MiCA-Lizenz der EU. 😉