18. September 2018

SchillingCoin: Vorreiter oder Rückschritt oder beides?

oesterreich tracht tradition

Jetzt gibt es sie tatsächlich, die SchillingCoin. Alleine der Name stellt schon so ziemlich alles auf den Kopf, wofür die Kryptowelt steht: Abkehr vom klassischen Geldystem und dezentrales, globales Vernetzen.

Für alle späten Vertreter der Generation Z: Der Schilling war die österreichische Währung vor EU und dem Euro. Die SchillingCoin (OES) greift also den Namen einer Währung auf, die sowohl zentral verwaltet als auch noch dazu nur regional gültig war. Koketterie oder tatsächliche Rückwärtsgewandtheit? Soll sie irgendwann an internationalen Kryptobörsen gehandelt werden, oder soll sie ein österreichisches Phänomen bleiben?

Technische wenig Neues

Hinter der SchillingCoin steht der Wiener Develpoer Andrei Miu. Er bezeichnet die Coin selbst als keine techische Innovation. Auch im White Paper wird mehr oder weniger lediglich darauf verwiesen, dass die eingesetzte Kombination von Proof of Work mit Proof of Stake umweltfreundlicher ist als Proof of Work alleine. Stichwort: Stromverbrauch beim Bitcoin-Mining.

Sonst ist das Open-Source-Projekt aber mit der Ur-Coin und anderen Kryptowährungen durchaus verwandt:  Miu setzt auf die Peercoin auf, die wiederum den selben Algorithmus (SHA256) wie Bitcoin verwendet.

Was macht die Coin speziell?

Die SchillingCoin soll Vertrauen schaffen: Durch die Namensgebung soll auch das Interesse bei Nicht-Insidern der Kryptowelt geweckt werden. Darüber hinaus wird bewusst lokal gedacht: In der Steiermark gibt es ein paar SchillingCoin-Bankomaten, und es gibt bereits eine Handvoll österreischische Unternehmen, die Zahlungen per SchillingCoin akzeptieren. Laut Roadmap soll bis Ende des Jahres ein Netzwerk von 150 Akzeptanzstellen aufgebaut werden.

Getradet wird die Coin derzeit auf zwei dezentralen Handelsplätzen: crex24.com und crypto-bridge.org. Zur Orientierung: 1 OES = ca. 2 Cent oder aktuell 0.0000025 BTC wert.

Fazit: Die Innovation der SchillingCoin liegt in dem Prinzip, Blockchain-Technologie mit alten gelernten Währungs-Mechanismen zu kombinieren. Also auf der einen Seite: Open Source und dezentralisierte Peer-to-Peer-Logik. Auf der anderen: Regionalität und Vertrauen.

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