Totgesagte rieseln länger: Starkes Comeback des Ripple

Ripple, was geht? Da hat sich ein Totgesagter aber sowas von zurückgemeldet! Zum Jahreswechsel noch an mehreren Kryptobörsen aus den Listings gestrichen – jetzt zurück auf unserer Showbühne mit einem Plus, das die meisten anderen Coins ganz alt aussehen lässt.

Wir haben’s in unserem Krypto-Monitor-Podcast der vergangenen Woche schon angerissen, hier noch einmal etwas genauer:

Im Dezember wurde bekannt, dass die SEC (United States Securities and Exchange Commission) gegen Ripple Labs Klage eingereicht hatte. Der Vorwurf: Ripple habe mehr als 1 Mrd. US-Dollar über ein nicht genehmigtes Wertpapier-Offering eingesammelt. Ripple wiederum vertritt den Standpunkt, dass XRP ein Gut und kein Wertpapier und die SEC daher gar nicht zuständig sei.


Was folgte, war jedenfalls: große Verunsicherung am Markt sowie einige Ripple-Delistings an namhaften Exchanges wie etwa Coinbase. Dass mit diesen Maßnahmen der Kurs einbrach, war wenig überraschend.

Nun scheint sich allerdings der Token aus seinen juristischen Kalamitäten befreien zu können, von seinen Kurs-Tiefen hat er das bereits! Im vergangenen Monat legte der Kurs um das Doppelt zu, alleine in den vergangenen 24 Stunden um rund 86%.

Ist Ripple dem Bitcoin überlegen?

Was genau für dieses Comeback verantwortlich ist – darüber kann wieder mal nur spekuliert werden. Allerdings gibt es zumindest einen Anlass: Im Rechtsstreit scheint Ripple Labs gegenüber der SEC gute Argumente und Chancen zu haben. (Es wäre allerdings auch seltsam, würde Ripple-Kauf anders bewertet werden als Bitcoin-Kauf oder Ethereum-Kauf. Diese Assets werden nämlich auch nicht als Wertpapier eingestuft.) Der Rest ist wohl wieder Marktstimmung.

Dass Investoren an Ripple glauben, ist wiederum auch durchaus verständlich: Im Gegensatz zum Bitcoin wird Ripple nicht geschürft, weil – Bingo! – kein Proof of Work im Hintergrund für Validierungen zuständig ist. Der spezielle Konsensmechanismus von Ripple mit der Bezeichnung Hash-Tree erfordert weniger Rechenleistung und ermöglicht höhere Transaktionsgeschwindigkeiten.

Deswegen ist Ripple bereits bei einigen Banken als Verrechnungsturbo im Einsatz. Und er hat auch nicht die schlechte CO2-Bilanz wie Bitcoin. Mit dem aktuellen Markthoch rückt auch die Umweltverträglichkeit des Krypto-Business‘ – zu Recht – immer mehr in den Fokus. Ripple könnte hier technisch auf lange Sicht die besseren Karten haben.

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Sascha Bém
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