Strauss-Frank: „Günstiges Umfeld für Werte wie Bitcoin“

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Verschiedene Länder, verschiedene Banken – und das gleiche Endresultat. Der Absturz der Silicon Valley Bank in den USA riss mehrere regionale US-Banken mit in den Abwärtsstrudel und ließ Anleger weltweit bei bereits kleineren Unruhen hellhörig werden. Nächstes Beispiel: Galt die Schweizer Credit Suisse einst als stabil und eines der wichtigsten Geldhäuser Europas, verlor sie in den letzten Jahren an Vertrauen – und der Zusammenbruch der SVB brachte sie ins Taumeln.

Die Kurse diverser Bankaktien brachen als Folge ein. Auch einige Kryptowährungen verzeichneten kurzzeitig Verluste – sogar Stablecoins. Bereits nach wenigen Tagen stieg der Großteil der Kryptokurse jedoch wieder signifikant an. Werden digitale Währungen auch weiterhin an Fahrt aufnehmen?

„Unsichere Zeiten führen oft zur Flucht aus Kryptowährungen“

Wie könnte der weitere Trend aussehen? Dazu haben wir mit Shanna Strauss-Frank, Österreich-Sprecherin der Investmentgesellschaft Freedom Finance Europe, gesprochen: „Der jüngste Zusammenbruch mehrerer regionaler Banken hat Befürchtungen über die Stabilität des Finanzsystems geweckt und zu negativen Reaktionen auf den Märkten geführt. In unsicheren Zeiten neigen Anleger dazu, weniger Risiken einzugehen, was häufig zu einer Flucht aus risikoreichen Anlagen wie Kryptowährungen führt“, erklärt Strauss-Frank die anfängliche Kursabschwächung.


Diese sei jedoch eher als kurzfristige Reaktion auf die Geschehnisse zu verstehen, denn der Crash würde längerfristig das Misstrauen in Banken bestärken und Investoren zu alternativen Anlageformen bewegen, wobei sich ein allgemeines Interesse an digitalen Währungen beobachten lässt: „Seit Anfang des Jahres befindet sich der Bitcoin-Kurs im Aufwärtstrend.“

Aktuell:
Bitcoin-Kauf: € 27.186 (-2,7%/7d)
Ethereum-Kauf: € 1.921 (+7,7%/7d)
BNB-Kauf: € 315,7 (+2,5/7d)

Zumal Maßnahmen der Fed im Kampf gegen eine neue Finanzkrise, wie die Erhöhung der Bilanzsumme, die Liquiditätsbedenken einiger Anleger mildern konnten. „Auch weil die Renditen von US-Staatsanleihen sinken, interessieren sich Anleger auf der Suche nach Alternativen nun wieder zunehmend für risikoreichere Anlagen, wie Aktien aus dem Wachstumssektor und auch Kryptowährungen. All diese Faktoren zusammen haben ein günstiges Umfeld für risikobehaftete Vermögenswerte, darunter auch beispielsweise der Bitcoin, geschaffen“, so Strauss-Frank. 

All diese Faktoren zusammen haben ein günstiges Umfeld für risikobehaftete Vermögenswerte, darunter auch beispielsweise der Bitcoin, geschaffen“

Shanna Strauss-Frank, Sprecherin von Freedom Finance Europe

Trotz anhaltender Aufwärtsspirale kann der Bankenkollaps wohl nicht spurlos an digitalen Währungen vorüberziehen. Strauss-Frank: „Kryptokurse sind von einer Reihe an Faktoren sowohl innerhalb als auch außerhalb des Kryptowährungsmarktes abhängig.“ Denn zwischen Bankkrise und Inflation stand etwa die Fed kürzlich vor der schweren Entscheidung, eine Zinspause zugunsten der angespannten Stimmung im Bankensektor einzulegen oder ihren Kurs zwecks Bekämpfung der Teuerung mit einer erneuten Zinserhöhung fortzusetzen – was sich wiederum auch auf das Anlageverhalten der Investoren auswirken kann.

Einen weiteren Faktor, der Investorenlaune beeinflussen wird, sieht Strauss-Frank bereits Gestalt annehmen: „Vor allem regulatorische Faktoren werden in den kommenden Wochen und Monaten eine wichtige Rolle bei der Orientierung des Kryptowährungsmarktes spielen. Solch ein Faktor, den es im Auge zu behalten gilt, ist die US Securities and Exchanges Commission (SEC), die aktiv gegen betrügerische Initial Coin Offerings vorgeht und Kryptobörsen unter die Lupe nimmt. Jede neue Regulierung oder Durchsetzungsmaßnahme der SEC könnte das Vertrauen der Anleger beeinträchtigen und möglicherweise wieder zu Kursschwankungen führen.“

Selbst Stablecoins nicht stabil

Auch die Stabilität der Stablecoins habe sich im Angesicht der Bankenkrise nicht vollständig bewährt: Denn hatte USDC 3,3 Milliarden Dollar Einlagen bei der SVB, die zu Beginn der Pleite eingefroren wurden, kam es danach zum Dominoeffekt. Nachdem der Coinwert auf unter einen US-Dollar gesunken war, setzen die Kryptobörsen Binance und Coinbase die Konvertierung von USDC in Binance USD (Binance‘ Stablecoin) beziehungsweise in Dollar aus. Anleger versuchten zeitgleich ihre Verluste zu begrenzen und tauschten ihre USDC gegen andere Staiblecoins wie Tether, dessen Kurs dadurch um zehn Prozent in die Höhe schoss.

Entwarnung liegt in der Luft

Ließen die vergangenen Geschehnisse viele in Bankaktien investierte Anleger kurzzeitig in Panik verfallen, weist Strauss-Frank darauf hin: „Wenn man sich als Kleinanleger an langfristigen Zielen orientiert, dann sollte der Konkurs der SVB eher eine kurzfristige Angelegenheit sein. Die Krise scheint auf kleinere Banken beschränkt und kein systemisches Problem zu sein. Der Finanzsektor und der Markt als Ganzes werden in nächster Zeit wahrscheinlich volatil sein, aber es gibt keine signifikanten Spillover-Effekte auf das Bankensystem oder die Weltwirtschaft.“

Aber auch bei allen positiven Signalen und bestandenen Stresstests des Bankensektors in der Vergangenheit bleibt ein klassischer Anleger-Rat aufrecht: „Wichtig ist es, nicht auf eine Diversifikation des Portfolios zu vergessen“, so Strauss-Frank abschließend.

Über Freedom Finance Europe:

Freedom Finance Europe bietet nationalen und internationalen Kunden Zugang zu 15 amerikanischen, europäischen sowie asiatischen Börsen und bietet ein breitgefächertes Portfolio an Dienstleistungen auf den Finanzmärkten. Es handelt sich um den einzigen EU-basierten Investmentbroker, dessen Holding am NASDAQ gelistet wird. Über die Freedom24 Plattform und die mobile App erhalten Kunden direkten Zugang zu den Aktienmärkten und die Möglichkeit, in Aktien zu IPO-Preisen auf dem Sekundärmarkt zu investieren.

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Sascha Bém
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