13. August 2020

Venezuela und Kryptowährungen: Verstaatlichung der digitalen Assets

armdruecken bitcon

Die Kryptowährung Petro aus Lateinamerika hat die Gemüter in den letzten Monaten zwar sehr erregt, dennoch geht die Adaption des staatseigenen Assets stetig voran. In Venezuela wurde in den letzten Tagen ein „Abkommen zur nationalen Steuerharmonisierung“ verabschiedet – bedeutet konkret: Petro (PTR) kann künftig für Steuerzahlungen angewendet werden. Ob das den Ruf der bekannten Kryptowährung 2020 maßgeblich ändert, bleibt jedoch fraglich.

Steuern zahlen via Kryptowährungen

Von 335 abstimmenden Bürgermeistern des Landes stimmten 305 für den Beschluss. Sie alle gehören der herrschenden Vereinigten Sozialistischen Partei von Staatschef Nicolas Maduro an. Die Hoffnung dahinter ist, dass der Besteuerungsprozess künftig einfacher und sicherer gestaltet wird. Gerade Industrieunternehmen sollen davon profitieren. Die Umstellung auf die Krypto-Steuer soll auch bei der Erstellung eines nationalen Steuerregisters helfen. Die neue Regelung verbietet außerdem das Erheben von Steuern in ausländischen Währungen.

Umstritten: Die staatliche Petro-Währung

Seit 2018 ist die Kryptowährung auf dem Markt – Präsident Maduro führte das digitale Asset als Reaktion auf die desolate wirtschaftliche Lage des Landes ein. Hierbei versprache die Regierung, dass der Petro mit den Erdölvorkommen des Landes abgedeckt sein soll. Bereits dort wurden die Zweifel laut: Venezuela verfügt zwar theoretisch über die nötigen Ölreserven, hat jedoch nicht die technischen Ressourcen, um eine solche Menge an Erdöl abzubauen. Bereits wenige Monate nach dem Release ließen offizielle Stellen verkünden, dass 15 Prozent aller Benzinzahlungen an Tankstellen des Landes in Petro abgewickelt wurden.

Außerdem ist der Petro für einige Krypto-Fans auch ein Dorn im Auge: Die Verstaatlichung einer Kryptowährung widerspricht natürlich dem Grundgedanken digitaler Assets. Die Dezentralität und Anonymität kann somit nicht mehr gewährleistet werden. Dennoch scheinen die Venezolaner immer mehr Gefallen an Petro zu finden und wenden sich auch weiteren Kryptowährungen wie Bitcoin und Dash zu.

Lisa Gröning