2. Dezember 2020

Die zwei Seiten der Bitcoin-Medaille: Das Für und Wider von Staatsseiten

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Schaut Olaf Scholz sich die boomenden Krypto-Kurse eher mit Bedenken an? Davon ist auszugehen. Schon länger wird sich im Bundeskabinett darum bemüht, mit internationalen Verbündeten zusammenzuarbeiten, um den Krypto-Knall im Privatsektor zu minimieren. Man möchte verhindern, dass Kryptowährungen zu Parallelwährungen des traditionellen Finanzsystem werden. Bei der genauen Umsetzung hakt es aber noch etwas…

The German Angst

Nein, bei der German Angst handelt es sich nicht um einen ausgedachten Anglizismus. Es gibt sie tatsächlich: Kierkegaard führte den Begriff bereits 1844 in philosophische Diskussionen ein und bis heute ist er geblieben. Vermutlich auch berechtigt. Denn die German Angst beschreibt die typische deutsche Zögerlichkeit, die man auch in einem Atemzug mit Kryptowährungen beobachten kann.

Auf dem europäischen Bankenkongress Ende November sprach Olaf Scholz sich nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters klar gegen das digitale Geld aus: Das deutsche Bankensystem müsse unbedingt mit der Digitalisierung des Geldsystems mithalten. Dabei glaube er jedoch nicht, dass die Kryptowährungen aus dem Jahr 2021 des Privatsektors dabei eine Rolle spielen sollten. Und auch die USA sollen in sein Vorhaben involviert werden – er lud den designierten US-Präsidenten Biden ein, sich einem deutsch-französischen Vorschlag anzuschließen, der auf die Risikobewältigung von Kryptowährungen im Privatsektor abzielt.

Geht es hierbei nur um mögliche Geldwäsche, oder vermutet Scholz eine Gefahr für den geliebten Euro?

Falsch gedacht?

Hinkt Deutschland mal wieder hinterher, und die German Angst überschattet ein unfassbares Marktpotenzial? In China ticken die Uhren nämlich anders: Hier wird sich den digitalen Währungen in Form des staatlichen CBDC angenommen und direkt in das traditionelle Finanzsystem eingebettet. Das erfreut nicht nur Bitcoin-Käufer sondern auch Otto Normalverbraucher. Auch auf den Bahamas scheint die Sonne gen dem Kauf von Ripple und Co.: Hier kann der digitale Sand Dollar bereits als Zahlungsmittel eingesetzt werden.

Hier verdient es sich jedoch noch anzumerken, dass eine zentralisierte Digitalwährung natürlich nicht dem Leitgedanken von Nakamoto entspricht – Dezentralisierung und Anonymität.

Lisa Gröning