Bitcoin kommt: Hau-ruck in El Salvador, sanfter in Deutschland

Wir haben bereits im Juni unter dem Titel El Salvador bewilligt „Bitcoin-Gesetz“ berichtet: Das mittelamerikanische Land verabschiedete die juristische Grundlage, um als erstes Land weltweit den Bitcoin zur offiziellen Währung zu erheben. Und dieses Gesetz tritt heute, Dienstag, in Kraft!

Das heißt: Ab sofort können wie in vielen anderen Ländern nicht nur Digitalwährungen wie Ethereum gekauft oder mit Cardano gehandelt werden. Ab heute gilt der Bitcoin als staatlich anerkanntes Zahlungsmittel, und jeder Händler MUSS Zahlungen in BTC annehmen, der technisch dazu in der Lage ist.

Darüber hinaus können auch alle Bürger:innen mit der Kryptowährung in die öffentliche Hand einzahlen: Abgaben und Steuern können ab sofort mit Bitcoin bezahlt werden.


Obwohl der Bevölkerung ein Startguthaben von 25 € in die – für jeden zum Download bereite – Wallet „Chivo“ zugesagt wird, hat der Bitcoin in El Salvador Gegenwind: Laut Umfragen lehnen 70 Prozent der Bevölkerung das Gesetz zugunsten des BTC ab. Allerdings – und hier liegt wohl der Hund begraben: Nicht einmal 5 Prozent wissen, dass es sich beim Bitcoin um eine „Kryptowährung“ handelt. Wie sooft führt mangelndes Wissen zu genereller Ablehnung.

Diplomatischerer Weg in Deutschland

Diese Gefahr möchte Union Invest aus Frankfurt vermeiden. Union Invest ist Fondsdienstleister der genossenschaftlichen Banken in Deutschland und verwaltet mehr als 400 Mrd. Euro.

“Wir erwägen, Bitcoins in kleinen Mengen von maximal 1% bis 2% einer handvoll weiterer Fonds für private Anleger beizumischen”, eröffnete nun Portfolio-Manager Daniel Bathe den Bloomberg News.

In dieser homöopathischen Dosis erwartet man sich wohl keinen Widerstand seitens der Investoren, kann aber dennoch von der positiven Bewegung – auch wieder aktuell – an den Kryptobörsen profitieren.

Auch bei einem kleinen Share: Diese institutionelle Integration des Bitcoin bei diesem Fondsvermögen ist ein weiterer Schritt des BTC in Richtung Massenmarkt. Selbst wenn es nicht alle Investoren mitbekommen.

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Sascha Bém
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