22. Mai 2019

Krypto-Gossip: BTC-Patent für Wright, Draper bleibt Bulle, Garlinghouse lobt Banken

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Im Vergleich zur österreichischen Innenpolitik ist die Lage an den Kryptobörsen dieser Tage geradezu lethargisch. Die Kurse mäandern, keine spektakulären Bewegungen in Sicht. Das gibt uns die Zeit, uns einmal dem Krypto-Gossip zu widmen.

Craig Wright zickt

Teilweise als Breaking News verkauft, sprach sich herum, dass dem mehr als umstrittenen Craigh Wright ein Patent auf Codezeilen von Bitcoin zugesprochen wurden. Wright nervt ja die Szene schon lange mit seiner Prahlerei, Satoshi Nakamoto zu sein.

Ist nun diese Patententscheidung ein Durchbruch? Mitnichten. Es handelt sich nämlich bei dem betreffenden Patentverfahren um eine reine formale Angelegenheit, bei der keine Urheberrechte überprüft werden. (Siehe Tweet von Jerry Brito, Chef der Non-Profit-Organisation coincenter.org.)

Eine Auswirkung scheint die Causa aber dennoch gezeitigt zu haben: Wright schein nämlich auch mit einer Copyright-Registrierung den ihm unliebsamen Gebrauch des Bitcoin-Codes verhindern zu wollen. Das führte dazu, dass der Kurs der Code-Schwester Bitcoin SV plötzlich in die Höhe schoss. Es darf bezweifelt werden, dass das eine sehr nachhaltige Bewegung ist.

Tim Draper bullt

Vor ziemlich genau einem Jahr stellte der berühmt-berüchtigten Bitcoin-Bulle Tim Draper die Prognose auf, dass der BTC-Kurs bis 2022 sagenhafte 250.000 USD erreichen würde. Gewagt, gewiss. Aber immerhin hat sich der Bitcoin von damals 6.600-USD-Niveau auf mittlerweile 7.800 USD plus entwickelt. Mit Drapers Optimismus könnte man sagen: Voll auf Kurs in Richtung 250.000!

Seine Vorstellung ist nicht ganz aus der Luft gegriffen – so sprach er vor wenigen Tagen auf der Salt Conference in Las Vegas: „Ich bin überzeugt, dass Bitcoin in vier Jahren einen Marktanteil von etwa fünf Prozent des globalen Marktes haben wird.“ Und: Draper sieht jetzt den idealen Zeitpunkt, um BTC zu kaufen.

Brad Garlinghouse buhlt

In einem Interview für den Recode Decode Podcast sprach Garlinghouse (CEO von Ripple) aus, was viele vermuten. Er sagte, dass alle Banken, selbst die größten, nicht an Blockchain und Kryptowährungen vorbeikommen würden. Er hütete sich aber, die radikalste Vision von Kryptowährungen – ganz ohne zentrale Regelungsinstitute zu formulieren: „Banken wenden ein sehr wichtiges regulatorisches Gerüst an, das meiner Meinung nach für die Gesellschaft wichtig ist. Ich persönlich glaube, dass Banken weiterhin diese Rolle übernehmen werden. Sie sind gut darin.“

Diese schaumgebremste Formulierung ist verständlich – sind doch Banken Ripples Hauptkunden. Ob sich Banken deswegen in Sicherheit wiegen sollten, sei dahingestellt.

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Sascha Bém

Sascha Bém, Chefredakteur des Krypto-Monitors, ist erfahrener Journalist und Medienmacher. Er arbeitete in den vergangenen 20 Jahren in den Bereichen Tageszeitung, Magazin sowie Online – sowohl als publizierender Autor als auch als Chefredakteur – und unterstützt Organisationen als Medien- und Kommunikationsberater.
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