2. März 2020

Coronavirus: Bitcoin & Co. haben noch kein Eigenleben

bitcoin kurs

Die aktuelle Kurssituation an den Kryptobörsen zeigt: Noch werden Kryptowährungen als mehr oder weniger riskantes Spekulationsobjekt gesehen, das grosso modo im Einklang mit der restlichen Wirtschaft wahrgenommen wird. Und: Auch so mancher Coin-HODLer ist nicht gegen Angst immun.

Investment in Zeiten des Virus‘

Das Coronavirus hat in den vergangenen Wochen mehrere Milliarden Euro alleine in der Tourismuswirtschaft verbrannt. Die internationalen Börsen sind auf Talfahrt, die OECD prognostiziert eine Halbierung des Wirtschaftswachstums.

Wenn Dow Jones & Co. im Sinkflug sind, könnten Anleger reagieren, indem sie sich alternativen Investitionsmöglichkeiten zuwenden. Top-Krypto-Assets wie Bitcoin, Ethereum oder Ripple zu kaufen, wäre da eine Möglichkeit. Was aber ist passiert? Diese Werte gaben parallel ebenfalls stark nach.

Aber warum bekamen auch die Kryptomärkte weiche Knie?

Die meisten Analysten glauben, dass die Ursache darin liegt: Genauso wie aus risikoreichen Anlageformen haben sich die von Coronavirus nervös gemachten Menschen aus ihren Krypo-Investments zurückgezogen. Dieses Verhalten ist natürlich rational nicht erklärbar. Andererseits: Wann sind das schon Märkte? Und: Was soll man erwarten in Zeiten, in denen Menschen auf das Coronavirus mit Hamsterkäufen beziehungsweise Boykott des gleichnamigen Biers reagieren?

Es gab sehr wohl auch Gewinner am Markt: Der Coin ZEON legte in der letzten Februar-Woche um 670% zu – um dann im noch jungen März gleich wieder um die Hälfte abzustürzen. ZEON ist auch mit der Marktkapitalisierung von knapp mehr als 8 Millionen $ maximal eine Randnotiz im Business.

Wo viel Schatten, da Umnachtung

Und dann gibt es noch den CoronaCoin, einen auf Ethereum basierenden Token, der mit jedem COVID-19-Todes- oder Infektionsfall einen Token-Burn verspricht und so Wert mit der Ausbreitung des Virus zu generieren gedenkt. Dieser geschmacklose Un-Coin wird hoffentlich nicht einmal eine Randnotiz im Kryptobusiness bleiben. #facepalm

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Sascha Bém

Sascha Bém, Chefredakteur des Krypto-Monitors, ist erfahrener Journalist und Medienmacher. Er arbeitete in den vergangenen 20 Jahren in den Bereichen Tageszeitung, Magazin sowie Online – sowohl als publizierender Autor als auch als Chefredakteur – und unterstützt Organisationen als Medien- und Kommunikationsberater.
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