20. April 2020

Long time no see: Facebook-Coin Libra nimmt wieder an Fahrt auf

facebook libra

Während sich im letzten Jahr die Meldungen rund um den Facebook-Coin Libra überschlugen, ist es nach einiger Bedenken bezüglich der neuen Kryptowährungen ruhig geworden. Aber jetzt nimmt Zuckerberg wieder an Fahrt auf und Libra könnte schon bald – unter neuen Bedingungen – auf den Markt kommen.

Der Trommelwirbel wird seit einigen Tagen lauter: Die Libra Association hat bei der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA einen Antrag für eine Lizenz als Zahlungssystem eingereicht. Zudem soll Libra nun nicht mehr als Stablecoin, wie vorher geplant, fungieren.

Viel Lärm um nichts?

Der Internetkonzern zählt mit seinen Netzwerken Facebook, Instagram und WhatsApp 2,5 Milliarden Nutzer und könnte Libra eine hohe Reichweite ermöglichen. Aber der erste Versuch der Einführung ist letztes Jahr mehr oder minder gescheitert: Facebook hat mit seinen im Juni 2019 vorgestellten Plänen für die Digitalwährung Regierungen und Notenbanken aufgeschreckt, weil diese um das staatliche Geldmonopol fürchteten: Die EU-Länder hatten sich im vergangenen Jahr auf eine harte Linie gegenüber Digitalgeld von Privatfirmen wie Facebook verständigt.

Nun aber ein neuer Versuch unter anderen Auflagen: Ursprünglich hatte Facebook geplant, das Digitalgeld an Fiat-Währungen zu binden, womit Libra als Stablecoin, also als im Wert stabile Einheit im Gegensatz zu den schwankungsanfälligen Kryptowerten wie Bitcoin (BTC), vorgesehen war. Nun soll auch Libra als „echte“ Kryptowährung (Hier finden Sie eine Übersicht der besten Kryptowährungen im Jahr 2020) an den Start gehen – und genauso volatil sein, wie die berühmten Vertreter.

Der Antrag der Libra Association liegt in der Schweiz bei der Finanzmarktaufsicht. Die FINMA teilte mit, dass das vorgelegte Paper sich deutlich von der ursprünglichen Idee unterscheide. Sie werde den Antrag eingehend analysieren – und hoffentlich bewilligen, denn das könnte den Kryptomarkt nochmal ordentlich aufwirbeln und auf den Radarschirm von mindestens 2,5 Milliarden Social-Nutzer gelangen.

Lisa Gröning