13. Juli 2020

Minds: Kommt jetzt Konkurrenz für Facebook und das Libra-Projekt?

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„Übernehme die Kontrolle über deine sozialen Medien“ oder vielleicht sollte es besser heißen: „Hole dir die Kontrolle zurück“ – Minds ist ein kostenloser Open-Source-Dienst für soziale Netzwerke, der Facebook schon bald in den Schatten stellen könnte. Denn hier ist einiges anders als beim Social-Riesen von Zuckerberg: mit der Blockchain-Technologie im Rücken werden Nutzer mit dem Mind Token, basierend auf dem Ethereum ERC20-Token belohnt und das gesamte Netzwerk ist Blockchain-basiert sowie dezentral und kann sogar anonym genutzt werden.

Minds wurde 2011 von Bill Ottman und John Ottman gegründet. Im Juni 2015 wurde es dann erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Zwei Jahre später, sammelte das Unternehmen über 1 Million US-Dollar ein, mit der bis dahin schnellsten Crowdfunding-Campagne der Geschichte. Nach der Betaphase im März 2018, konnte das Projekt dann an den Start gehen. Mittlerweile zählt die Plattform rund 2,5 Millionen Nutzer aus über 250 Ländern. Die User kommen meist aus Ländern mit strengen Zensuren im Internet.

Can’t get you out off my „minds“

Die social-media-Plattform bringt Nutzern wieder etwas Privatsphäre zurück auf die Devices und ist außerdem mit einer tollen Token-Belohnung ausgestattet. Benutzer können ihre Tokens verwenden, um zum Beispiel ihre eigenen Inhalte zu promoten oder Crowdfunding-Projekte anderer User, durch monatliche Abonnements für ihre exklusiven Inhalte und Dienstleistungen zu unterstützen.

Dezentralität wohin das Auge reicht

Ein weiter Coup: Jeder User hat die Möglichkeit komplett anonym zu bleiben und muss keine persönlichen Daten angeben. Das Messenger-System von Minds ist ebenfalls verschlüsselt, sodass sogar interne Mitarbeiter des Dienstes und deren Entwickler nicht auf die privaten Gespräche der Nutzer zugreifen können. Step-by-step können Minds-Fans auswählen, welche Daten sie preisgeben möchten oder nicht. Werbeschaltungen sind zwar möglich, aber auch hier abhängig von den jeweiligen Einstellungen der User.

Konkurrenz zu Facebook?

Oh ja! Facebook ist in den letzten Jahrzehnten immer mal wieder auf den Radar von Datenschutzkritikern geraten und musste sein Konzept wiederholt überarbeiten. Wenn nun eine neue Welle der social-media-Affinen hineinschwappt, werden diese sich bestimmt zweimal überlegen, zum Großkonzern Facebook oder zur dezentralen Variante Minds zu gehen. Außerdem hat der Facebook Coin Libra herbe Kritik einstecken müssen und ist bis heute nicht gelauncht worden. Minds hat zwar einen eigenen Token, nimmt zudem aber auch Direktzahlungen in USD, Bitcoin und Ethereum an – diese können Nutzer von ihren Abonnenten erhalten und das Konto upgraden. 

Lisa Gröning