25. Juni 2019

Coin-Gossip: Bitcoin im Hoch, EOS in der Kritik, Libra „im Schafspelz“

gespraech bitcoin gossip

Der Kryptomarkt zeigt sich nach wie vor gut gelaunt. Ein Großteil der Coins kann vom allgemeinen positiven Trend profitieren – aktuell sind unter anderem Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und auch Tron im 24-Stunden-Plus.

Sie alle genießen wohl die Sogwirkung der – aktuell alle Schlagzeilen dominierenden – Kryptowährung:

Bitcoin ⬆️

BTC hat nicht nur mit Leichtigkeit soeben die 11.000-Dollar-Marke durchbrochen, sondern auch die 200-Milliarden-Dollar-Marke in der Marktkapitalisierung. Momentan stehen alle Zeichen auf Höhenflug – aber nicht nur an den wichtigsten Kryptobörsen.

Das US-amerikanische Finanzforschungsunternehmen Weiss Ratings hat den Bitcoin soeben auf „B“ hochgestuft. 2018 stand Weiss noch in harscher Kritik, weil BTC nur ein „C+“ erhalten hatte. Allerdings sollte das Rating ja nicht nur die Qualität des Coins, sondern auch die Anlegersicherheit widerspiegeln. Es folgte – wie allgemein bekannt – prompt eine Phase des Kursverlustes.

Heute honoriert Weiss nicht nur die technischen Fortschritte des Bitcoin und der Verbreitung (On-Chain Transaktionen verdreifachten sich innerhalb eines Jahres), sondern auch die bullishe Marktperspektive: B.

EOS ⬇️

Ebendiese Weiss Ratings zeitigen auch eine Herabstufung von EOS um einen Grad auf „B-„. Obwohl dem Coin großes Potenzial zugesprochen wird, hat das Netzwerk laut Weiss ein Problem beim Kontrollmechanismus. Im Gegensatz zu Bitcoin (Proof of work) arbeitet EOS nach dem Proof-of-stake-Prinzip. Das minimiert den Rechenaufwand und erhöht die Skalierbarkeit, allerdings werden dadurch auch Stake-Konzentrationen gefördert. Und genau diesen Fall sieht Weiss nun bei EOS eingetreten: Zu wenige besitzen zu viel – die Dezentralität sei de facto nicht mehr gegeben.

Dennoch, so der versöhnliche Nachsatz von Weiss Ratings, sei EOS immer noch eine der Top-Coins im ganzen Krypto-Business sowie das aktuelle Manko absolut behebbar. Und tatsächlich: der EOS-Kurs hat nach dieser Kritik nur kurz gelitten und sieht schon wieder optimistischer aus (+0,1%/24h).

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Libra ➡️

Nach wie vor gehen die Wogen rund um Facebooks angekündigte Kryptowährung hoch. Nun hat sich eine besonders prominente Stimme zu Wort gemeldet, die – welche Ehre! – unsere Analyse bestätigt, dass Libra Widersprüchlichkeiten aufweist.

In einem lesenswerten Gastkommentar für die Nachrichtenplattform Quartz bezeichnet Ethereum-Mitbegründer Joe Lubin Libra als „einen zentralisierten Wolf im dezentralisierten Schafspelz“. Zwar sei das Versprechen von Facebook in Libras White Paper – „Geld weltweit zu versenden sollte heutzutage genauso einfach und günstig sein wie eine Nachricht auf dem Smartphone“ – mehr als löblich, und auch scheinen die technischen Weichenstellungen – laut Lubin sehr an Ethereum angelehnt – gelungen, dennoch: Facebook vertraut auf auf eine Reserve von Fiatgeld, somit auf staatlich gelenkte Werte, und auf ausgewählte Node-Betreiber. Das ist weit von einer echten dezentralen Vision entfernt.

Aber Lubin sieht auch großes Potenzial: Immerhin könnten mit einem Schlag ein fruchtbares Ökosystem mit zwei Milliarden Krypto-Kunden entstehen. Die einzige Zutat, die noch fehlt, sei: Vertrauen. Dieses Vertrauen ist der Treibstoff jeder dezentralen Währung. Dieses Vertrauen genießt Facebook aktuell nicht wirklich: Daher sei es auch kein Wunder, dass der Name Facebook fast nirgends im Libra White Paper vorkommt.

 

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Sascha Bém

Sascha Bém, Chefredakteur des Krypto-Monitors, ist erfahrener Journalist und Medienmacher. Er arbeitete in den vergangenen 20 Jahren in den Bereichen Tageszeitung, Magazin sowie Online – sowohl als publizierender Autor als auch als Chefredakteur – und unterstützt Organisationen als Medien- und Kommunikationsberater.
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